King Kong
Freitag, 03. März 2007 Abgelegt in:Abenteuer/Fantasy
Dieser Film ist ein Abschmink-Film.
Soll nicht heißen, dass man sich den Film besser abschminken sollte. Im Gegenteil.
Aber ich habe am Ende des Films so geheult, das ich mir das Abschminken danach sparen konnte.
Gehen wir den Film aber mal der Reihe nach durch.
Ich habe mir den Film völlig "unbelastet" angesehen. Soll heißen, ich habe keine der älteren Versionen gesehen. Einerseits habe ich so keinerlei Vorurteile gegenüber der neuen Version, erhoffte mir andererseits aber auch keine bessere Version als eine der alten.
Klar, jeder kennt im Grunde die Story. Vor allem das Ende mit King Kong auf dem Dach des Empire State-Buildings (ist das so?) und natürlich Kongs Ende an sich.
Dass er von einer "einsamen" Insel kommt, war auch irgendwie klar.
Das war's aber auch.
Ich muss zugeben, ich hätte nicht erwartet, dass die meiste Zeit des Films tatsächlich auf jener Insel stattfindet. Ist aber eigentlich ja auch der spannendste Teil, von daher also gar nicht mal so dumm gemacht.
Auch die ausführliche Vorstellung der einzelnen Charaktere des Films (besonders Ann Darrow und Carl Denham) geht bei den meisten Filmen eher unter. Für die Handlung in "King Kong" ist das jedoch äußerst wichtig.
Sonst versteht man weder die Zusammenhänge noch das allerwichtigste: Was findet der Riesenaffe bloß an dieser Blondine?
Eine Kurzumfrage meinerseits brachte zutage, dass die meisten sofort sagen "Na, sie ist doch so schön".
Häh?
Das ist kein Kerl, sondern ein Affe!!!
Was soll der denn von Anfang an an so einem winzig kleinen, dürren und eher farblosen (ich meine Haar- und Hautfarbe, nicht die Figur an sich) Wesen so "schön" finden?
Er sieht sie am Anfang doch wohl eher als "Spielzeug". Er benimmt sich wirklich wie ein kleines, extrem verzogenes Kind, das noch nicht ganz verstanden hat, dass die Spielsachen kaputt gehen, wenn man sie ständig gegen Felsen klatscht.
Tja. So ein Riesenaffe ist eben auch nur ein Mensch...
Als Ann Darrow mal wieder abhaut und der liebe Kong ihren hübschen Hals retten muss (übrigens tolle Catcher-Szenen mit diversen Tyrannosauriern), und er sie anschließend an eine Art Affenfriedhof mit Aussicht bringt, wird dem Zuschauer klar, dass der arme Kerl wohl der letzte Riesenaffe auf der Insel ist.
Ebenso klar ist es, dass er wohl schon lange nichts mehr zu lachen hatte.
Und auf eben diese Weise entsteht die Beziehung zwischen den beiden.
Wer's nicht versteht: Film ansehen!
Meine Tipps:
• Krabbelviecher
Wer Krabbelviecher egal welcher Sorte verabscheut oder laut schreiend davon läuft, sollte sich diesen Film nicht ansehen, oder während einer bestimmten Szene lieber den Raum verlassen.
Die Szene in der Schlucht gehört wirklich zu den ekligsten Szenen mit Krabbelgetier und -gewürm, die mir jemals untergekommen sind. Bääh.
• Car-Crash
Wer kennt nicht die Autokarambolage-Szenen aus diversen Filmen? Ich will nur beispielsweise die Blus Brothers-Filme nennen. Dutzende und Aberdutzende von Autos knallen ineinander, fliegen übereinander, überschlagen sich und so weiter.
In "King Kong" passiert das gleiche. Nur eben mit Brontosauriern.
Eine wildgewordene Herde Brontos jagt durch eine abschüssige Schlucht. Einer stolpert (ist bestimmt ein Weibchen gewesen, die fallen in Filmen auf der Flucht immer über ihre hochhackigen Schuhe), und die anderen knallen wie erwartet hintenrein, fallen drüber, überschlagen sich und so weiter und so weiter.
Eigentlich ganz witzig, wenn man mal von den Leuten absieht, die dabei zerquetscht werden... Ähem.
• Taschentücher
Wie schon anfangs angekündigt, ist das Ende wirklich ober-traurig. Jede Wette, kein Kerl müsste hier auch nur eine Träne kullern, aber solche Enden sind eben immer extra für Frauen gemacht. Überhaupt die ganze Rettet-das-Tier-vor-der-Versklavung-Geschichte.
Also: Kurz vor Schluss Mann/Freund/Kumpel aus dem Zimmer schicken, die wissen ja sowieso, wie's ausgeht. Dann die Kleenex-Packung in Griffweite und richtig losheulen. Ist bestimmt auch noch gesund.
Anschließend Mann/Freund/Kumpel wieder reinholen. Wer einen netten Kerl dabei hat, kann sich jetzt trösten lassen.
• Witzig ist witzig
Kaum zu glauben, aber neben spannenden, grusligen und traurigen Szenen hat der Film durchaus komische Seiten. Besonders zu Anfang (im Dschungel bei den Grusel-Viechern käm das eher seltsam).
Am Ende kommt eine richtig tolle Szene mit King Kong im Central Park, Stichwort: Affe und Eis.
Nicht kapiert?
Ansehen!